2018 - Wernges

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2018

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Diamantene Konfirmation in Maar
Am Ostermontag trafen sich bei strahlendem Sonnenschein die Konfirmanden der Jahrgänge 1943/44 zur Feier der Diamantenen Konfirmation in der Michaelskirche Maar.
Wie war das damals vor über 60 Jahren?
Zwei Jahre lang besuchte man (im ersten Jahr als Vorkonfirmand) wöchentlich die Konfirmandenstunde. Pfarrer Bietz unterrichtete in der Maarer Schule (heute Rathaus). Die beiden Mädchen und der Junge aus Wernges kamen mit dem Fahrrad. Der Schotterweg nach und durch Maar war gerade asphaltiert worden. Die Fahrt auf der neuen Straße war ein ungewohntes Vergnügen. Aber Serpentinen fahren und gleichzeitig mit den Mädchen reden, das ging schief. Der Vorkonfirmand fuhr ungebremst gegen ein abgestelltes Baufahrzeug. Es folgte eine leidvolle Unterrichtsstunde. Das Knie blutete und noch schmerzvoller war der Achter im Rad.
Sonntags ging es regelmäßig zum Gottesdienst. Außerdem war es Aufgabe der Jungen die Glocken zu läuten und den Blasebalg für die Orgel zu treten. War der Blasebalg gefüllt, so reichte das für einige Minuten. Rechtzeitig musste man wieder aufpumpen. 
Die Wände hinter Orgel und Blasebalg waren im Laufe der Jahre von den Konfirmanden mit Texten und Zeichnungen übersät worden. Beim Betrachten dieser Werke wurde einmal der Einsatz zum Aufpumpen verpasst. Jaulend verstummte die Orgel und auch der Gesang kam zum Erliegen. In den nächsten Tagen ging der Blasebalgtreter dem Organisten vorsichtshalber aus dem Weg.
Beim Glockenläuten machte das Anhalten der schweren Glocken besonders viel Spaß. Wenn man im richtigen Moment nach oben sprang und sich am Seil festhielt, wurde man vom Schwung der schweren Glocken bis unter die Decke gezogen.
Es wurde viel auswendig gelernt. Gefühlte 1000 Lieder aus dem Gesangbuch, mancher Psalm, Artikel, … mussten als Hausaufgabe bewältigt werden. Zu Beginn der Konfirmandenstunde kontrollierte der Pfarrer, ob der Text beherrscht wurde. Auch die Angst vor der Prüfung sorgte dafür, dass fleißig gelernt wurde. Diese Prüfung fand vor der Konfirmation im Rahmen eines Gottesdienstes statt. Mehrmals wurde man aufgerufen und musste dann einen Text auswendig aufsagen. Welchen? Das wusste man nicht.
Eine Blamage wollte man sich und der Familie nicht antun. Die weniger guten Leistungen konnten nämlich zum Dorfgespräch werden. Es wurde also fleißig gelernt.
Die Prüfung verlief übrigens sehr gut. Das lag auch an Pfarrer Bietz. In den Wochen vor der Prüfung hatte er wohl durch häufiges Abfragen herausgefunden, welcher Text von den einzelnen Konfirmanden beherrscht wurde Und danach hat er dann bei der Prüfung gefragt. Niemand hat sich blamiert.
Bei dem feierlichen Konfirmationsgottesdienst war es natürlich aufregend, so im Mittelpunkt der gefüllten Kirche zu stehen, aber im Unterschied zur Prüfung war man jetzt doch angstfrei.
Voller Erwartung ging es dann zu einer kleinen Konfirmationsfeier nach Hause. Hier warteten die Konfirmationsgeschenke. Von den Paten bekamen die meisten ihre erste Armbanduhr – ein damals wertvolles Geschenk.
Viele Briefumschläge mit Inhalt lagen bereits auf dem Tisch. Beim Vorsortieren öffnete man zunächst die dünnen leichten Kuverts. Darin war vermutlich ein Geldschein. Dann kamen die mit Münzen dran. Nicht so interessant waren die vielen mit Stofftaschentüchern oder lediglich Glückwünschen. Aber da die Mama darauf bestand, hat man sie auch noch geöffnet.
Die aktuelle Diamantene Konfirmationsfeier wurde von Pfarrerin Müller in den Ostergottesdienst mit Abendmahlfeier eingebunden. Zur Erinnerung erhielten die Jubilare aus ihrer Hand eine Urkunde mit dem jeweiligen Konfirmationsspruch.
Nach dem Gottesdienst stellte man sich zu einem Erinnerungsfoto vor der Kirche auf. Außerdem wartete dort der Kirchenvorstand und gratulierte zum Ehrentag. Dann ging es zum gemeinsamen Mittagessen in den „Jägerhof“. Daran nahmen auch Frau Müller und die Partner der Jubilare teil. Im Gedenken an die bereits Verstorbenen besuchte man anschließend ihre Grabstätten auf dem Maarer Friedhof.
Zurück zum „Jägerhof“ gab es bei Kaffee und Kuchen viel zu erzählen. Erinnerungen wurden aufgefrischt und bei guter Stimmung ließ man die schöne Feier ausklingen.

 
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