Jakob - Wernges

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Jakob
Als Martina die kleine Rabenkrähe fand, war der Jungvogel noch lange nicht flugfähig. Vermutlich wurde er von seinen Eltern oder Geschwistern aus dem Nest gestoßen. Hilflos hockte er mit verletztem Flügel auf dem Waldboden.
Martina nahm den kleinen Kerl mit nach Hause und nannte ihn Jakob. Sie wusste, wie groß die Verantwortung war, die sie damit übernommen hatte. Im Internet und bei Vogelkundlern holte sie sich Rat.
Anfangs wurde Jakob halbstündlich mit der Hand gefüttert. Die Kinder der Nachbarschaft brachten Regenwürmer und freuten sich über den krächzenden Schreihals. Zusätzlich kaufte Martina Mehlwürmer und Heuschrecken in der Zoohandlung.
Später brachte sie ihm bei, die Nahrung  vom Boden und nicht mehr aus der Hand aufzunehmen. Sie ging mit ihm durch den Garten und durch die Felder und zeigte ihm Beeren und Früchte. Jakob begriff sehr schnell und suchte sich dann auch selbst geeignete Nahrung.

Jetzt ist Jakob schon fast erwachsen, und bettelt nun auch bei anderen Bewohnern der Straße um Futter. Dabei ist er recht ungestüm. Nach einem zielgerichteten Direktflug landet er laut krächzend auf Kopf oder Schulter und will gefüttert werden. Martina hat ihm beigebracht, zum Festhalten nicht seine Krallen einzusetzen. Seitdem landet er sanft. Er bettelt auch um Futter, obwohl er längst satt ist. Überschüssige Nahrung versteckt er und findet sie bei Bedarf zielsicher wieder.
Intelligente Lebewesen sind neugierig und verspielt. Das gilt für alle Rabenvögel und ganz besonders für Jakob. Mit Eifer untersucht er  alles, was ihm interessant erscheint. Will man ihn daran hindern, protestiert er lautstark und macht hartnäckig weiter. Notfalls muss man ihn mit sanfter Gewalt in die Luft befördern, um eine Zerstörungsaktion zu beenden.
Jedenfalls macht es Spaß, ihn bei seinem Treiben zu beobachte. Leider wird er uns nun bald verlassen. Martina hat eine Vogelkundlerin gefunden, die von Menschen aufgezogene Vögel erfolgreich auswildert. In den nächsten Tagen wird sie Jakob zu ihr bringen.

Wir werden ihn vermissen.



 
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