Kleidung - Wernges

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Kleidung

Dorfleben ( bis 1960 ) > Erste Jahre nach dem Krieg
Wird noch ergänzt und bearbeitet

Foto links:
Mein Freund Gerdel, Heimatvertriebener aus dem Egerland, trug Halbschuhe, Knickerbocker mit Jackett und sah irgendwie wesentlich schicker aus.

mein Sonntagsstaat in der Übergangszeit:
- Schwere, hohe Schuhe mit  
  Ledersohlen, die mit dicken 
  Nägeln beschlagen waren 
  und vorne und hinten  
  Stahlkappen hatten
- dicke Wollsocken, weil die 
  Schuhe 2 Nummern zu groß waren
- vorne wurden die zu großen Schuhe mit 
  Zeitungspapier ausgefüllt
- lange Strümpfe, die mit Strumpfbändern am 
  kratzigen Leibchen befestigt wurden und ständig  
  rutschten 
- kurze Manchestern-Hosen (werktags kurze  
  Lederhosen)
- selbstgestrickte Weste, darunter Hemd und 
  Leibchen mit Strumpfbändern (Strapsen) 



Kurze Lederhosen waren beliebt und wurden von fast allen Jungen getragen. Sie waren unverwüstlich und ihr Wert wuchs mit Alter und Speckglanz. Lediglich bei winterlicher Kälte bevorzugte man dann die langen  Hosen. In der kühleren Übergangszeit bestanden die Mütter auf langen Strümpfen, wollenem Leibchen und wärmeren Unterhosen. Dann bestand die Gefahr, dass Strumpfbänder (Strapse) oder Unterhose aus der kurzen Lederhose herausguckten. Man machte ein "Lämmchen" und wurde gefoppt.Auf der rechten Seite hatten die Lederhosen meist eine Tasche für einen Hirschfänger. Wer es sich leisten konnte, hatte dort solch ein Messer mit 10 bis 15cm langer Klinge stecken. Gestört hat sich daran selbst in der Schule niemand. Mir ist aber auch nicht bekannt, dass wir mit diesen Dingern gefährlichen Unsinn getrieben haben. 

Lederhose, Kleid oder Rock 
Die Mädchen trugen (wie immer) Kleid oder Rock. Lange Hosen  waren nur ausnahmsweise bei eisiger Kälte zulässig, aber auch dann wurde noch ein Rock über die wärmende Trainingshose gezogen.
Die Jungen hatten natürlich ihre Lederhose an. Von April bis Oktober wurden die bei jedem Wetter angezogen.
Kinderfahrräder gab es damals in Wernges nicht. Radfahren lernte man auf einem Damenfahrrad. Der Sattel war natürlich viel zu hoch und man konnte nur stehend in die Pedale treten. Noch schwieriger war es, wenn man ein Herrenfahrrad hatte. Mit einem Bein musste man dann unter die Stange.


wird noch fortgesetzt
 
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